Schloss Mespelbrunn

Schloss Mespelbrunn

Das Wasserschloss Mespelbrunn

Mehr als ein halbes Jahrhundert hat dem Schloss die heutige Gestalt gegeben, seit Erzbischof Johann von Mainz am 01.Mai 1412 dem Ritter Hamann Echter aus dem Odenwald diesen Platz "Zum Espelborn" für treue Dienste schenkte.

1419 baute sich Hamann Echter dort Haus und Hof. Sein gleichnamiger Sohn zog es vor während der unruhigen Hussitenzeit zwischen 1427 und 1434 ein "festes Haus", mit Mauern und Türmen geschützt, zu errichten. Aus dieser Epoche stammen die Untergeschosse der späteren erhöhten Türme. 1519 wird im Südosteck des Hofes, wie ein Wappenstein erweist, das heute noch stehende Untergeschoss errichtet. 1551 begann Peter Echter von Mespelbrunn mit dem Ausbau zum Renaissanceschloss, der 18 Jahre dauerte. Die Jahreszahl 1569 im Portalgiebel beweist den Abschluss der Bauarbeiten. Hier ließ sich der Bauherr Peter Echter mit seiner Ehefrau Gertraud von Adlesheim im steinernen Doppelportrait verewigen und dazu das schöne Bekenntnis meißeln :

Ehelich Lieb in Gott und stets Treu
Bringt Glück und Segen ohne alle Reu
Mit Ernst und Fleiß haben wir Gott vertraut
Den Unseren zu Gut dies Haus gebaut.

Peter Echter und Gattin sind abgebildet inmitten ihrer zehn Kinder auf einem riesigen Gobelin. Als Jüngling sieht man darauf den berühmtesten Sohn des Hauses, den damaligen Würzburger Fürstbischof Julius Echter, auf dessen Schloss Marienberg sich jetzt auch dieser berühmte Teppich befindet.

Das Frankenland ist mit dem Namen dieses Julius Echter verwoben - das Schloss Marienberg, das Juliusspital in Würzburg, die Universität, die vielen spitzen Kirchtürme und die giebelgeschmückten Renaissancebauten erinnern an den Sohn Mespelbrunns. Schon 1665 erlosch der Mannesstamm der Echter. Daher durfte der Graf von Ingelheim mit kaiserlicher Erlaubnis das Echterwappen dem eigenen anfügen.

Die folgenden Kunstepochen Barock und Romantik blieben nicht ohne Einfluss auf den Ausbau und teilweise Umgestaltung des Schlosses. Auch heute dient es der gräflichen Familie noch als Familiensitz. Als Schauplatz für Märchen, Romane und Filme wurde es weltberühmt und jährlich kommen Zehntausende, um dieses herrliche märchenhafte Wasserschloss inmitten des dunklen Waldes anzusehen.